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Nagelpilz erfolgreich behandeln
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Symbolbild

Nagelpilz sieht nicht nur unschön aus, er kann auch zu einem medizinischen Problem werden, wenn er sich ausbreitet. Lesen Sie, wie Sie Nagelpilz erkennen und erfolgreich behandeln.

Nagelpilz ist eine Infektionskrankheit, die nicht einfach zu behandeln, aber heilbar ist. Die Infektion macht sich durch weißlich-gelblich bis bräunlich verfärbte Nägel bemerkbar. Die Nägel können brüchig werden, sich verdicken und ihre Form verändern, mitunter schmerzen sie auch. Bis der Erreger vollständig beseitigt ist, dauert es mehrere Monate. Geduld und Ausdauer sind deshalb gefragt. Manchmal kann auch eine Kombination aus örtlicher und innerer Therapie erforderlich sein.

Wird Nagelpilz zu spät erkannt und behandelt, breitet er sich weiter aus und kann auch die Haut am Körper infizieren. Deshalb sollten Sie so früh wie möglich gezielt dagegen vorgehen.

Was ist Nagelpilz?

Geschätzte 10 Millionen Deutsche leiden unter dem ansteckenden Nagelpilz. Auslöser ist meist ein Fadenpilz, seltener sind es Hefe- oder Schimmelpilze. Der Pilz dringt durch kleinste Hautrisse meist am Nagelbett in den Nagel ein und verbreitet sich dort. Zehennägel sind deutlich häufiger betroffen als Fingernägel. Sporen, über die sich Nagelpilz verbreitet, lauern vor allem dort, wo Menschen barfuß laufen – im Schwimmbad, auf dem Hotelteppich oder in der Umkleidekabine des Sportstudios. Auch zu Hause kann man mit Pilzsporen in Berührung kommen, wenn ein Familienmitglied infiziert ist.

Wer hat ein erhöhtes Risiko für eine Ansteckung?

Vor allem ältere Menschen, bei denen sich die Nägel nur langsam erneuern, haben ein erhöhtes Ansteckungsrisiko. Die Hälfte aller über 65-Jährigen hat befallene Fußnägel.

Noch häufiger sind Menschen mit Diabetes betroffen. Aufgrund der schlechteren Durchblutung erkennen sie Verletzungen viel zu spät. Bei ihnen kann Nagelpilz zudem ernsthafte Folgen haben: Ist die Haut erst einmal durch den Pilz geschädigt, können auch Bakterien leichter eindringen und schwere Infektionen verursachen.

Auch jüngere, sportliche Menschen können vom Nagelpilz betroffen sein: Bei ihnen führen schlecht belüftete Sneakers aus synthetischen Materialien zu verschwitzten Füßen, an denen sich Pilze wohlfühlen. Zu eng anliegende Sportschuhe und der teils enorme Druck auf die Zehennägel beim Sport führen dann dazu, dass der Pilz leichter in den Nagel eindringt. Auch ein schlecht oder unbehandelter Hautpilz kann auf die Nägel übergreifen, weil der Erreger fast immer derselbe ist.

Nagelpilz früh erkennen

Der Pilz ernährt sich vom Hornmaterial des Nagels und verursacht so meist sichtbare Schäden. Anfänglich sind es weißliche, gelbe oder graubraune Flecken im Nagel. Später verdickt sich die Nagelplatte, wird brüchig und kann sich teilweise oder ganz ablösen. Spätestens dann sind auch Schmerzen möglich.

Nagelprobe beim Arzt

Typisch ist, dass einzelne Nägel dem Pilz widerstehen. Trotzdem muss frühzeitig gehandelt werden. Auch weil es andere Krankheiten gibt, die dem Nagelpilz ähneln, sollte man bei Verdacht zum Hautarzt gehen. Der Arzt wird eventuell eine Nagelprobe entnehmen. Deshalb sollten wenigstens vier Wochen vor dem Arztbesuch keine Medikamente gegen diese Pilze (Antimykotika) mehr aufgetragen werden. Sie könnten das Ergebnis verfälschen.

Behandlung unbedingt notwendig

Nagelpilz muss immer behandelt werden, denn von allein heilt er nicht aus. Je nach Schwere der Infektion gibt es unterschiedliche Therapien. Ist weniger als die Hälfte des Nagels befallen, reicht meist die konsequente Anwendung von pilzabtötenden lokalen Nagellacken und Cremes aus, zum Beispiel mit den Wirkstoffen Bifonazol, Amorolfin oder Ciclopyrox. Diese sind rezeptfrei in Ihrer Apotheke erhältlich.

Ist der Nagel stärker befallen oder sind mehrere Nägel betroffen, ist die Einnahme von antimykotischen Medikamenten wie Terbinafin oder Itraconazol in der Regel notwendig. Diese sind verschreibungspflichtig und müssen vom Arzt verordnet werden. Teilweise wird die örtliche Behandlung am Zehennagel mit einer Tablettentherapie kombiniert. Allerdings ist immer Geduld gefragt. Denn alle Therapien sollten so lange fortgesetzt werden, bis die Nägel gesund nachgewachsen sind – und das dauert mindestens 6 Monate, kann sich aber auch ein Jahr und länger hinziehen.

Auch die Sporen abtöten

Damit die Wirkstoffe in Lacken und Cremes auch die Sporen des Nagelpilzes erreichen, müssen verdickte Nägel teilweise entfernt werden. Das geschieht entweder durch regelmäßiges Abfeilen oder mithilfe einer konzentrierten Harnstoffsalbe, die den abgestorbenen Teil des Nagels schmerzlos auf- und damit auch ablöst. Die so freigelegte Nagelfläche sollte im Anschluss vier Wochen lang mit einer pilzabtötenden Salbe behandelt werden.

Eine weitere Behandlungsmöglichkeit kommt ohne Ablösen des Nagels aus. Dabei wird der Lack auf den angefeilten Nagel täglich oder einmal pro Woche über mindestens 6 Monate aufgetragen. Geeignet ist zum Beispiel ein wasserlöslicher Lack mit Ciclopirox, der die Pilzsporen abtötet. Amorolfin bildet ein wasserfestes Wirkstoffdepot im Nagel, hemmt so das Wachstum der Pilze und muss nur einmal pro Woche aufgetragen werden. Auch hier gilt: Je länger die Therapie andauert, desto wahrscheinlicher ist es, dass alle Pilzsporen abgetötet sind und es zu keinem Rückfall kommt.

Übrigens: Es gibt auch pilztötende Lacke, die mit einem kosmetischen, farbigen Nagellack überlackiert werden können. So ist der unschöne Nagelpilz nicht mehr zu sehen. Fragen Sie uns – wir beraten Sie gern!

Das fördert Nagelpilz

– Infektionen mit Fußpilz

– Häufiger Kontakt mit Pilzsporen wie in Schwimmbädern oder Saunen

– Verletzungen der Nägel, besonders der Fußnägel

– Zu enge Schuhe, Leihschuhe bei manchen Sportarten

– Hautkrankheiten wie Schuppenflechte

– Schlecht durchblutete Beine und Füße wie bei Diabetes oder Gefäßkrankheiten

– Schwäche des Immunsystems aufgrund anderer Krankheiten oder allgemein schlechter Verfassung oder bei Einnahme bestimmter Medikamente

– Familiäre Veranlagung

Nagelpilz vorbeugen

Mit diesen Tipps lassen sich der Kontakt mit Pilzsporen und eine Infektion vermeiden:

Im Schwimmbad immer bis zum Beckenrand und unter der Dusche tragen. Im Wasser tötet zugesetztes Chlor Erreger ab. Auch in der Sauna schützen Badeschlappen vor Pilzkontakt, denn Pilzsporen überleben teils Temperaturen bis zu 80 Grad.
Steckt man sich an, wird aus den Sporen ein Pilzfaden, der es lieber kalt mag. Daher hilft es, die Füße warm und vor allem auch trocken zu halten. Die Durchblutung lässt sich durch regelmäßige Gymnastik und Bewegung fördern.
Füße täglich waschen und zwischen den Zehen gründlich abtrocknen oder trocken föhnen. Pflegen mit speziellen feuchtigkeitsspendenden Fußpflegecremes beugt zu trockener Haut und Rissen vor. So können Pilze schlechter eindringen.
Strümpfe aus Baumwolle helfen, die Füße trocken zu halten. Täglich wechseln. Separates Handtuch für Füße verwenden. Wäsche bei 60 Grad mit Waschmittel reinigen.
Für ältere Menschen oder bei Vorerkrankungen empfiehlt es sich zu schauen, ob die Schuhe passen und keine Druckstellen hinterlassen, und einen regelmäßigen Fuß-Check durch Podologen (medizinische Fußpflege) durchzuführen.

Auch Schuhe und Schere desinfizieren

Damit man sich nicht immer wieder in den eigenen Schuhen infiziert, ist es sinnvoll diese mit einem sporenabtötenden Spray aus der Apotheke zu desinfizieren. Das gilt auch für andere infizierte Gegenstände wie Handtücher. Waschen Sie diese bei 60 Grad und ergänzen Sie das Waschmittel zusätzlich mit einem pilzabtötenden Hygiene-Wäschespüler. Desinfizieren Sie zudem Ihre Nagelscheren. Wir beraten Sie gern dazu.

Mit Öl und Creme vorbeugen

Sie haben einen Nagelpilz erfolgreich behandelt und möchten vermeiden, dass er wiederkommt? Dann sind ein Nagelöl und eine Nagelbettcreme zu empfehlen. Sie hemmen die Pilzvermehrung und werden täglich auf die Nägel und die umgebende Haut gepinselt.

Dr.

Ulrike Welslau,

Ihre Apothekerin

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